Arten der bibliothekarischen Medienerschließung
 
 
Formalerschließung (Formalkatalogisierung, alphabetische Katalogisierung)
  • Beschreibung von Medien nach äußerlichen, formalen Kriterien in Bibliothekskatalogen
    • z.B. Autorenname, Titel eines Buches, Auflagenbezeichnung, Verlag, Erscheinungsjahr, ISBN etc. (= bibliographische Beschreibung)
  • Erfolgt nach speziellen bibliothekarischen Regelwerken, z.B.
    • nach RDA (Resource Description and Access; erste Hinweise der DNB; bis Mitte 2015 bestand das Regelwerk RAK)
      • RDA beruht auf den sog. bibliographischen Standard FRBR (Functional Requirements for Bibliographic Records)
      • Schulungsunterlagen zu RDA (DNB-Wiki; auch zum Selbst-Studium geeignet!)
  • Fragestellungen
    • Besitzt die Bibliothek ein bestimmtes Buch/Medium?
    • Welche Werke eines bestimmten Autors sind in der Bibliothek vorhanden?
    • Welche verschiedenen Ausgaben eines bestimmten Werkes hat die Bibliothek in ihrem Bestand?
 
 
Inhaltserschließung (Sacherschließung, Sachkatalogisierung)
  • Beschreibung von Medien nach inhaltlichen (sachlichen) Kriterien in Bibliothekskatalogen
  • Fragestellung: Welche Medien besitzt die Bibliothek zu einem bestimmten Thema?
  • "Inhaltliche Erschließung umfasst die Gesamtheit der Methoden und Hilfsmittel zur inhaltlichen Beschreibung von Dokumenten ... Inhaltliche Erschließung ist also niemals Selbstzweck, sondern erfährt ihre Bestimmung dadurch, den Nutzern Zugang zu und Orientierung über Dokumentinhalte zu verschaffen." (Bertram 2005, S. 18f.)
A. Klassifikatorische Sacherschließung - Systematischer Katalog  „SyK“     
  • verzeichnet die Medien nach einem System der Wissenschaften, wobei die einzelnen Wissensgebiete in einer bestimmten sachlich-logischen Abfolge angeordnet sind
  • dem SyK liegt eine bestimmte hierarchische Systematik oder Klassifikation zugrunde, nach welcher die Einordnung der Bücher (Medien) erfolgt
  • die Rangfolge der Haupt- und Untergruppen wird in der Regel durch Kombination von Buchstaben und/oder Ziffern dargestellt
    • eine solche Bezeichnung einer Systemstelle bzw. Systemgruppe heißt Notation
  • gut geeignet zur Übersicht über Bücher/Medien zu großen, zusammenhängenden Sachgebieten und ihren Nachbardisziplinen
    • relativ einfacher Überblick über ein größeres Wissensgebiet
  • die Deutsche Nationalbibliothek (DNB) verwendet zur Erschließung der Buch-/Medieninhalte u.a. die sog. Dezimalklassifikation (DDC)
B. Verbale Sacherschließung - Schlagwortkatalog  „SWK“      
  • verzeichnet die Medien alphabetisch nach Schlagwörtern

  • Schlagwort = möglichst kurzer, aber genauer u. vollständiger Ausdruck für den Inhalt  eines Buches/Mediums 
    (vgl. dagegen das Stichwort, das immer dem Buch-/Medientitel entnommen wird, sich aber evtl. mit dem Schlagwort decken kann!) 
  • gut geeignet für eine mehr „punktuelle“ Literatursuche, d.h. für die rasche Ermittlung von Literatur/Medien über ein begrenztes, genau definierbares Thema
  • Hauptvorteil: schneller und unkomplizierter Sucheinstieg
  • in Deutschland an WBs (insbesondere unserer Nationalbibliothek) verwendetes Regelwerk: RSWK

Metadaten

Die Medienerschließung nach formalen UND inhaltlichen Gesichtspunkten wird zusammenfassend auch mit dem Begriff Metadatenvergabe (=Daten über Daten) beschrieben.

  • Beispiel für einen Metadaten-Satz (Katalogisat) aus dem Katalog des h-da medienzentrums
  • Beispiel für Eintrag aus dem Katalog der DNB Frankfurt/M.

 

 


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