Fachinformationsdienste (FID) / Fachportale im Internet

Virtuelle Bibliotheken

Datenbankzusammenstellungen

Rechercheaufgaben


Fachinformationsführer und Fachportale / Fachinformationsdienste (FID) / Virtuelle Bibliotheken

Virtuelle Bibliotheken

  • Ursprüngliche Minimaldefinition: weisen (im Gegensatz zu einer realen Bibliothek) Informationen in Form von Linksammlungen nach, deren physischer Nachweis über die ganze Welt verstreut sein kann. Sie bieten - ähnlich wie die früheren thematischen Internet-Kataloge (Yahoo etc.) immer einen geordneten, häufig systematisch-hierarchischen Einstieg und verzeichnen grundlegende Internetressourcen für mehrere oder einzelne Fach- bzw. Wissenschaftsgebiete. Sie werden (fast) immer von fachlich kompetenten Bibliothekaren/Dokumentaren/Informationsspezialisten zusammengestellt und haben eine fachliche Portalfunktion
  • Heutige Maximaldefinition: enthalten immer eine fachliche Linksammlung (Webkatalog / Fachinformationsführer) u. bieten zusätzlich den Zugriff auf ...
    • Kernmodule
      • spezielle fachliche Suchmaschinen
      • Metasuche in Fach-OPACs und z.T. auch Fachdatenbanken mit (teilweise kostenpflichtigem) Zugriff auf elektronische Publikationen
      • Dokumentlieferung
    • mögliche Erweiterungsmodule, z.B.:
      • Volltextdatenbanken / Volltextserver
      • Elektronische Fachzeitschriften
      • Weitere fachlich relevante bibliographische Datenbanken bzw. Fakten-Datenbanken, z.B.
        • Tagungskalender
        • Konferenztermine
        • Kompetenznetzwerke
      • Tutorials
      • Newsletter
        • vgl. hierzu auch den Grundlagenbeitrag von Rösch/Weisbrod
        • Das System der Virtuellen Fachbibliotheken soll zwischen 2013-2015 zu sog. FID (Fachinformationsdiensten) weiterentwickelt werden, nähere Informationen bei. "Übergang von den SSGs zu FIDs" (webis); es werden nur noch zukunftsorientierte und an stark an den Informationsbedürfnissen der einzelnen Fachdisziplinen konzipierte Fachinformationsdienste von der DFG weiterfinanziert!
        • DFG-Positionspapier: Wiss. Literaturversorgungs- und Informationssysteme - Schwerpunkte der Förderung bis 2015
        • Empfehlungen der Expertenkommission SSG-Evaluation

Weitere Begriffe, die gerne im Zusammenhang mit virtuellen Bibliotheken auftauchen:

  • Elektronische Bibliothek: bietet über elektronische Zugangssysteme, wie z.B. OPACs, Zugriff auf den Bestand einer Bibliothek an. Ermöglicht in der Regel ihrem Benutzerkreis auch den Zugang zum Internet.
  • Digitale Bibliothek: eine Sammlung digitaler Voll-Texte (und eben nicht nur Hyperlinks!), die sich im Besitz einer realen Bibliothek befinden und auch in Netzwerken - z.B. über das Internet - zur Verfügung gestellt werden können! Virtuelle Bibliotheken sind stets digital - Digitale Bibliotheken dagegen keineswegs immer auch virtuell.
  • Hybridbibliothek: bietet nicht nur Zugang zu elektronischen/digitalen Ressourcen, sondern integriert alle Arten von Informationen unter einer Nutzeroberfläche, um digitale und nicht-digitale Dienstleistungen anzubieten. Sozusagen die Bibliotheksform der Zukunft
Ausgewählte und empfehlenswerte Beispiele

Beispiele Minimaldefinition (Portalfunktion, spezialisierte Linksammlung)

Weitere Zusammenstellungen ähnlicher Art, die auch als sog. Subject Gateways bezeichnet werden und damit durch ihre folgenden Eigenschaften über einfache fachliche Linksammlungen (im Sinne der Minimaldefinition) hinausgehen:

  • ausführlichere Beschreibung / Annotierung von ausschließlich wissenschaftlichen Internetquellen durch standardisierte Metadaten
  • umfassende Suchfunktionen bzw. erweitertes Browsing (z.B. nach einzelnen Untergebieten)
  • inhaltliche Erschließung durch (Fach-)Klassifikationen (z.B. auch DDC)
  • ständige Aktualisierung / Linküberprüfung
  • angebotene Material nicht als HTML-Seite, sondern als Datenbank organisiert
  • sind auch in die sog. Virtuellen Fachbibliotheken z.B. als "Webverzeichnis" oder als "Fachliche Internetressourcen" integriert

Beispiel Maximaldefinition (fachlicher Führer, Recherche u. Zugriff auf Volltexte)

  • ViFaBio: " ... ist ein Angebot der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Frankfurt am Main (Sondersammelgebietsbibliothek für Biologie), in Zusammenarbeit mit weiteren Bibliotheken und biologischen Organisationen. Das Portal bietet Ihnen einen schnellen Zugang zur Literatur und zu biologischer Fachinformation. Durchsuchen Sie zahlreiche Kataloge, Datenbanken, Zeitschriften und Internetquellen."
  • b2i: " ... zentrales Wissenschaftsportal für die Fachgebiete Bibliotheks–, Buch– und Informationswissenschaften. Der interdisziplinäre Fachzugang bietet Ihnen als Interessierten aus Wissenschaft, Studium und Praxis wichtige Ressourcen an." b2i wurde Anfang 2015 bei der BSB München eingestellt; eine Überführung zu anderen beteiligten Institutionen bzw. der fachlichen Community wird derzeit diskutiert!

 

Wegweiser für verschiedene nationale und internationale Virtuelle Bibliotheken

a) Navigierbare internationale Linksammlungen

b) Wegweiser in Anlehnung an das SSG-System bzw. die Aktivitäten der Zentralen Fachbibliotheken

  • goportis.de (Gezielter Hinweis auf die Fachportale der drei Zentralen Fachbibliotheken in Deutschland: "Goportis ist nationaler Ansprechpartner für Volltextversorgung, Lizenzen, Nicht-textuelle Materialien, Langzeitarchivierung und Open Access. Goportis ist die Wissensplattform für aktuelle Entwicklungen in der Forschungsinformation. Goportis findet Antworten auf den Wandel in der Informationsversorgung.")

Im BA-Kurs der Vertiefungsrichtung Bibliothekswissenschaft: Ausführliche Vorstellung und Bewertung ausgewählter virtueller Bibliotheksangebote in Deutschland

  • Empfehlenswertes Raster für die Referate/Teaching Libary: (Dauer ca. 60 Minuten inkl. Rechercheübung + Besprechung)
    • Produzenten, Urheber, genaue fachliche Abdeckung
    • genaue Beschreibung der einzelnen Komponenten (mit einführendem Recherchebeispiel)
    • Ausarbeitung und Besprechung von etwa 3 Rechercheaufgaben für das Plenum, um die betreffende ViFa näher kennenzulernen. Die Aufgaben sollten didaktisch so gestaltet sein, dass man die wichtigsten Komponenten kennenlernt
    • Kritische Bewertung (Vor- und Nachteile, Usability, Verbesserungsvorschläge etc.)
    • Die Referate sind im Sinne der Teaching Library zu gestalten, d.h., Sie sollten die Veranstaltung so konzipieren, dass sie möglichst abwechslungsreich und auch durchaus interaktiv agieren; Nutzen Sie diese Chance, um auch in diesem Bereich weiter Praxis zu sammeln
    • Es geht bei der ausführlicheren Betrachtung einzelner Virtueller Fachbibliotheken / Fachinformationsdienste auch um eine erste Hinführung zu ausgewählten Fachdisziplinen, deren Quellen sowie deren speziellen Arbeits- und Denkweisen

 
Aktuelle Übersichten von überwiegend kostenlosen Fachbibliographien und weiteren Informationsmitteln im Internet (Auswahl)
  • DBIS - kooperatives Datenbank Infosystem - UB Regensburg - absolut empfehlenswert!! Hinweise auf kostenlose und kostenpflichtige DBs mit Verweis auf konkrete Bibliotheksangebote
  • FabiO: Fachbibliographien u. Online Datenbanken, sehr umfassend und stets aktuell; BSZ Konstanz (stets aktuell u. Fokus auf Arbeit in WB)
  • www.internet-datenbanken.de ("über 360 gebührenfreie Datenbanken", Hamburger Öffentliche Bücherhallen, nur exemplarisch, Stand: 2009 !)
  • LOTSE - Wegweiser zur Literatursuche und zum wissenschaftlichen Arbeiten (Uni Münster) - sehr empfehlenswert, um sich die Nachschlagewerke zu einem Fachgebiet zu erarbeiten!!

 

Rechercheaufgaben (optional)

1. Gesucht wird eine Zusammenstellung über den Zugang zu biographischen Informationen, d.h.erste Start- und Portalseiten zu dieser Thematik im Internet.

2. Welche einschlägigen Portalseiten (die insbesondere sehr ausführlich die fachlichen Musik-Nachschlagewerke berücksichtigen) würden Sie einem Musikwissenschaftler empfehlen

3. Gibt es im Internet abrufbare Arzneimittellisten, in denen man die Nebenwirkungen sowie Substanznamen von Medikamenten, die in Deutschland verordnet werden, abrufen kann?

4. Ein Psychologe erkundigt sich nach kostenlosen bibliographischen Datenbanken zu seinem Fachgebiet.

5. Ein Arzt sucht eine Liste von medizinischen Fachbibliotheken im deutschsprachigen Raum.

6. Ein angehender Bibliothekswissenschaftler möchte sich über die wichtigsten Datenbanken und fachlichen Nachschlagewerke im Netz informieren.

7. Gesucht werden wichtige erziehungswissenschaftliche Internetressourcen, insbesondere Fachdatenbanken.

8. Ein Mathematikstudent sucht eine Spezialsuchmaschine für sein Fachgebiet.

9. Ein Künstler erkundigt sich bei Ihnen nach kostenlos abrufbaren Kunstlexika, in denen man nach KünstlerInnen bzw. Kunststilen nachschlagen kann.

10. Ein Manager sucht die wichtigsten deutschsprachigen Fach-Bibliotheken für die Wirtschaftswissenschaften.

11. Eine Grundschullehrerin möchte wissen, ob es im Netz bereits spezielle Datenbanken bzw. Portalseiten für Kinder gibt.

12. Eine Architektin sucht spezielle Datenbanken zu ihrem Fachgebiet?

13. Ein Biologe erkundigt sich bei Ihnen nach deutschsprachigen Datenbanken zur Umweltforschung.

14. Ein Student, der gerade an seiner Bachelorarbeit schreibt, sucht Informationen, wie er die von ihm gefundenen verschiedenen Quellen (Bücher, Aufsätze, Internetressourcen etc.) korrekt zitiert. Können Sie ihm mit einer kleinen Richtlinienzusammenstellung oder einer Einstiegsseite helfen?

15. Ein angehender Orientalist sucht eine erste Anlaufstelle für fernostbezogene Verlage und Buchhandlungen.

16. Wo sehen Sie die Grenzen von Virtuellen Bibliotheken (im Sinne von fachlichen Linksammlungen) im Internet? Erarbeiten Sie Vor- und Nachteile dieser Informationsdienste im Vergleich zu indexbasierten Suchmaschinen (google etc.).



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